StudiVZ reicht für ein Publizistikstudium nicht aus

30 Jan
2009

Letzten Freitag war ich das erste Mal seit 8 Jahren, seit meiner Diplompruefung im IPKW (Publizistikinstitut) in der Schopenhauerstraße und ich bin leicht erschüttert über den derzeitigen Zustand des einst recht schnieken Gebäudes. Auf Einladung von Susanne Athanasiadis durfte ich in ihrer Lehrveranstaltung ca. 30 Studierende gute 3 Stunden mit einem kleinen Vortrag meiner Sichtweise eines sich ändernden Konsum- un Kommunikationsverhaltens sekkieren. Startpunkt war die These, dass wir begonnen haben Konsumentscheidungen (auch z. B. Wahlentscheidungen) gefördert durch den Austausch v. a. online, in Social Networks anders zu treffen, nämlich partizipativ. Das bedingt wiederum eine Änderung der Kommunikation (über meine Marke, mein Produkt, meine Dienstleistung…), des Marketings, der Werbung.

Bei solchen Gelegenheiten erlaube ich mir immer eine kleine Mikromarktforschung und erhebe inwieweit mein Publikum mit den Technologien vetraut ist über die ich da schwadroniere. Das Ergebnis bei den angehenden KommunikationswissenschafterInnen war einigermaßen überraschend: Anscheinend beginnt die Auseinandersetzung mit dem Studienobjekt erst in fortgeschrittenem Studienverlauf. Konkret: Niemand benützt twitter, kaum eine/r facebook, niemand kannte auch nur ein/e BloggerIn mit Namen, Fernsehen ist scheinbar auch verpönt, etc. The Long Tail ist als Begriff völlig unbekannt, ein einziger hat schon einmal einen QR-Code gesehen und eine Obama-Inauguration via CNN und facebook ist für JungkommunikationswissenschafterInnen auch kein Thema. Gerade einmal myspace und StudiVZ werden benützt.

Auch wenn das Institut keine JournalistInnenschule ist, sollte eine Beschäftigung mit Medien aller Art hier eigentlich zum täglichen Brot gehören.

30 Responses to StudiVZ reicht für ein Publizistikstudium nicht aus

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u

January 30th, 2009 at 09:23

ich verstehe deine meinung. gleichzeitig habe ich in mir eine hassliebe zu web 2.0.
ich kann grundsätzlich verstehen, warum man facebook meidet oder nicht twittert. wahrscheinlich sagt sich das leicht, wenn man mit all dem umgehen kann und es dann erst nicht für die neue religion hält.
ich meine, was soll ich erzählen. mir begegnen auch redakteure, die mitglieder von “neue-medien/technologien”-redaktionen sind, die nicht einmal das lift fahren checken. und der lift ist nicht einmal online.

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alm

January 30th, 2009 at 09:35

Es geht gar nicht, darum facebook oder twitter wirklich zu benützen, aber ignorieren, was sich da abspielt, ist wahrscheinlich auch keine gute Strategie. Registrieren, ausprobieren, verstehen, … Das würde ich mir schon erwarten.

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u

January 30th, 2009 at 09:38

verstehe schon, at least “kenne deinen feind” wäre zu erwarten.

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georg guensberg

January 30th, 2009 at 12:46

sehr interessant find ich das. und auch leicht bedenklich.
vielleicht ist es aber so, dass viele nicht auf mehreren plattformen gleichzeitig sein wollen, sondern sich auf eine konzentrieren. für studentInnen ist es halt studiVZ.
oder: deine zuhörerInnen waren noch zu jung…
http://guensberg.wordpress.com/2009/01/30/warum-web-20-nicht-nur-was-fur-jugendkampagnen-ist/

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alm

January 30th, 2009 at 13:16

Wenn ich in meiner eigenen Erinnerung krame, war ich mit 20 im selben Studium auch bei weitem nicht so interessiert wie jetzt. So gesehen nachvollziehbar, dennoch bedenklich.

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blumenau

January 30th, 2009 at 13:20

kollege alm,

ich habe anläßlich eines radioschwerpunkt-tages an der fh für journalismus vor etwa einem jahr was ähnliches gemacht und die anwesenden (also werdende journalisten, die sich ein semester lang mit radio beschäftigt haben) auf ihre kenntnis von ähnlichen begriffen abzutesten – banalitäten wie podcast. in einem saal mit 40, 50 anwesenden war das nur 4 menschen überhaupt ein begriff. die ausreden-palette war auf dem niveau von poster U bzw noch weiter drunter. als ich das ganze dann in einer längeren geschichte verwurstet hatte (http://fm4v2.orf.at/blumenau/216809/main) kam es – wie meine informanten auf der fh mir berichteten – zu heftiger empörung darüber, wie man sie, die studenten, denn nur so hart anfassen könne. das nur zur bestätigung deiner beobachtung und zur gefälligen argumentativen verwendung.

lgmb

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alm

January 30th, 2009 at 13:23

mb, vielen dank dafür. diese beobachtung fügt sich nahtlos in ähnliche erlebnisberichte, die ich mittlerweile noch erhalten habe…

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sabrina

January 30th, 2009 at 13:54

eigentlich wundert mich das, aber als bloggerin, die twitter ebenso verwendet wie facebook, bin ich ich da wohl auch betriebsblind. ich sehe das auch so, dass da mehr interesse herrschen müsste. als ebenfalls ehemalige absolventin des IPKW möchte ich einwerfen, dass ein teil des problems mit sicherheit bei der lehre liegt. die profs sind zum teil alt oder altmodisch und auch bei ihnen sind TV und internet verpönt, anstatt sich damit ernsthaft zu beschäftigen. natürlich gibt es junge kollegInnen, die da ausnahmen bilden. aber vieles steckt doch zu sehr in der theorie fest und beschäftigt sich nach wie vor mit historischer kommunikationsforschung – was auch wichtig ist. aber gerade in einem fach, wo sich doch in den letzten jahren so viel spannendes neues tut, vor allem im bereich interaktion zw. kommunikator und rezipient bzw. eigene produktion von inhalten durch privatpersonen, wäre mehr bezug zur aktuellen kommunikationspraxis erwünschenswert. zum teil passiert das in diplomarbeiten, aber die lehrenden beschäftigen sich kaum damit.

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max

January 30th, 2009 at 14:05

Hatte im November einen Gastvortrag vor Master-Studenten auf der Publizistik (NEUMANN-Vorlesung, rund 80 Personen) zum Thema Wahlkampf 2.0, gleiches Resultat, ich war schwer entsetzt.

Auf die Frage ob irgendjemanden aufgefallen ist das es in Österreich einen harten Wahlkampf (Internet, aber auch sonst) gab haben 99% mit Nein geantwortet. Wählen waren sie aber fast alle.

Wolfgang meinte das er den StudentInnen eigentlich beibringen soll wie sie z.b. Podcasts produzieren, aber er muss ihnen erst mal erklären was ein Podcasts, RSS-Feeds, Facebook, usw. ist…

Die interessante Frage ist wie das geändert werden kann? Vielleicht sollte eine IT-Initiative da ansetzen und nicht beim Kabelverlegen…

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max

January 30th, 2009 at 14:11

PS und OFF-Topic: schön wäre es wenn man die Kommentare bei dir via email abonnieren könnte, super funktioniert da Subscribe to Comments
(kannst diesen kommentar natürlich löschen!)

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alm

January 30th, 2009 at 20:12

max, danke für den tipp. ich schau mal, was ich zusammenbringe…

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niko

January 30th, 2009 at 20:24

@sabrina das problem an die lehrenden auszulagern, gilt nur bedingt. hier gibt es klarerweise handlungsbedarf. das ist aber schon mind. 10 jahre evident. natürlich würde es helfen die themen in die lehre zu integrieren, es ist auch unbedingt notwendig, aber eine gewisse freiwilligkeit sich damit zu beschäftigen darf schon auch vorausgesetzt werden.

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alm

January 30th, 2009 at 20:35

@max danke auch für deinen erfahrungsbericht. ich finde das gehört ja eigentlich in die schulen. mind. unterstufe. wenn endlich der religionsunterricht gestrichen wird, dann ist auch genug zeit dafür.

ich hoffe, dass das comments-abo jetzt funkt

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sabrina

January 30th, 2009 at 23:55

klar, sind die lehrenden nicht alleine schuld. ich versteh auch nicht, wie man kommunikation studieren und sich selber nicht modernen mitteln der kommunikation auseinandersetzen kann.
ich mein, bei naturwissenschaften setzt man selbstverständlich voraus, dass die leute am neuesten forschungsstand sind. bei uns passiert nicht nur kaum forschung zu diesen fragestellungen der modernen kommunikationsformen. dass die studierenden nicht mal privat an diesen kanälen interessiert sind, ist schon ziemlich unverständlich. und trägt wieder einmal – berechtigt – zum schlechten ruf des faches bei.

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solo

January 31st, 2009 at 02:01

(kurz) erschütternd, dennoch keineswegs überraschend.
anfangs überaus belustigt habe ich diesen erfahrungsbericht nun einige tage verinnerlicht und – wenig überraschend – täglich das eine oder andere artverwandte beispiel aus meinem erleben gegraben.
der brave student, der in der einzigen spannenden philosophie-vorlesung mit dem satz “ist das prüfungsrelevant” punktet, oder die (persönlich bekannte) deutsche zivildienerin in auschwitz, die vor lauter betroffenheit gar noch nie einen blick ins geschichtsbuch riskiert hatte.
will sagen: bei aller gerechtfertigten erschütterung glaube ich doch, ein stink normales phänomen beobachtet zu sehen. die mehrheit ist schlechter durchschnitt (mich selbst oft eingeschlossen).
vorsicht also mit systemkritik.

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max

January 31st, 2009 at 08:11

@alm da bin ich voll bei dir, aber nur religionsunterricht (der gestrichen gehört) wird wohl nicht reichen, denke da muss wieder mehr “allgemeinbildung” bzw. mehr erfahrung wie man mit seiner umwelt z.b. kommuniziert her. Das natürlich schon in der Volksschule…

PS: comment-abo scheint zu funken, super!

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hans|k

January 31st, 2009 at 12:16

Tja, du glaubst es nicht, aber du gehörst zur Avantgarde. Mach was draus :-)

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nacaseven

January 31st, 2009 at 19:13

Im Publizistikforum ists auch schon angekommen –>
http://www.univie.ac.at/strv-publizistik/forum/viewtopic.php?f=24&t=34528

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wozzek

February 2nd, 2009 at 09:51

max hat ja schon auf die LV Neuman hingewiesen. Als LV-Leiter bist du da ziemlich schnell in der Zwickmühle. Mehr als StudiVZ ist nicht, aber gleichzeitig ist auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht gewünscht. Da wirst du dann im Feedback (das mir wichtig ist) zerrieben zwischen den Forderungen nach Texten ohne viel Fachvokabular und dem Vorwurf, das Internet zu vereinfachen. Wenn ich die Ansprüche hoch lasse, dann verliere ich die Mehrzahl der Studierenden. Schraube ich sie runter, weiss ich nicht, ob dass einer Uni-LV würdig ist. Ich bin auf jeden Fall bei einer Steigerung der Web-Awareness außerhalb von Kabellegen dabei. Beim BarCamp im Herbst 2008 habe ich schon darauf hingewiesen, dass Web 2.0 in Leherveranstaltungen nicht so leicht zu vermitteln sind. @nacaseven Danke für den Hinweis aufs Publizistikforum. Leider muss ich deinem Post dort zu Wikipedia widersprechen. Wikipedia ist genauso gut wie der Brockhaus und die Encyclopedia Britannica. Wunderbar. Aber den wissenschaftlichen Fortschritt schaue ich mir an, wenn wir immer nur von Nachschlagewerken abschreiben und uns nie mit der Primärliteratur beschäftigen. Brockhaus und EB gelten genauso wenig als wissenschaftliche Primärliteratur wie Wikipedia.

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nacaseven

February 2nd, 2009 at 10:50

Ja klar ersetzt Wikipedia nicht Primärliteratur. Wenn man aber Seminararbeiten zB. zu viralem Marketing oder neuen Trends in social Networks schreibt, ist man mit analoger Literatur schnell aufgeschmissen und muss sich aktuelle Daten und Fakten von Wikipedia + den angegebenen Quellen suchen.
Beim Vergleich zwischen Kronenzeitung und Standard brauch ichs natürlich nicht. ;)

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max

February 2nd, 2009 at 11:37

Ich finde Wikipedia ist ein schönes Beispiel für den Umgang mit solchen Dingen, denn jeder kennt es und verwendet es.

Aber das wirklich spannende bei Wikipedia sind die Seiten mit den Versionsänderungen und die Diskussion zu den Artikeln, dort regiert das Motto: “Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!” und das ist das neue bei Wikipedia, nicht die Artikel selber.

Dann wird einem auch das klar was @wozzek über Wikipedia schreibt. Das ist wohl auch einer der Gründe warum das ganze so schwer zu vermitteln ist denn es geht um Partizipation bzw. “Mitarbeit” und nachdenken :)

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Stefan

February 3rd, 2009 at 20:37

Ich selbst studiere Publizistik in Wien, habe mich auf Multimediajournalismus und Fernsehjournalismus spezialisiert (wenn man das heute noch so sagen kann). Studierende des 4. und 5. Semesters eben dieser Praxisfelder sind weit vom Web 2.0 entfernt, erhalten kurz eine Übersicht der wichtigsten Neuerungen und Techniken, nutzen diese aber nie. Vorwissen gibt’s nicht, schreiben kann auch kaum jemand. Echt schwach…

Mit egal, –> bessere Zukunftsaussichten für mich…

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sabrina

February 3rd, 2009 at 23:09

“Mit egal, –> bessere Zukunftsaussichten für mich…”

seh ich auch so, wir sind ja tausende und die aussichten am arbeitsmarkt in der medienbranche zur zeit ja nicht grad rosig. da muss man schon selber in bewegung bleiben und sich in eigenitiative weiterbilden, zusatz skills ausbilden und neue entwicklungen zumindest beobachten.

was die da im forum schreiben ist ja teilweise wirklich nicht zu fassen. als würden sie wohlbehütet in ihrem elfenbeinturm hocken und nicht mitbekommen, dass in der wirklichen welt unten eine wirtschaftkrise am kochen ist, die natürlich auch die werbe- und medienbranche hart trifft.

ich frag mich echt, wozu studieren die eigentlich dieses fach? aus interesse an kommunikation, weil sie einen job in dem bereich anstreben, oder nur aus jux und tollerei, weil ihnen nichts anderes einfällt, weil man halbwegs leicht durchkommt, oder bloß so, weil die gebühren abgeschafft wurden?

ist ja nicht wie schule, dass man hingehen MUSS. erwachsene leute, die sich ein fach selber aussuchen, tun das doch, weil sie es selber wollen und weil es sie interessiert – sollt man glauben. aber was man da so hört sind da einige völlig realitätsfremd:

“ich hab ein wenig ein problem mit diesem pseudoavantgardismus, wenn earlyadopters mit irgendwelchen markennamen um sich schmeißen und die zur zukunft der kommunikation erklären. wieviele studis auf ein konkretes neues hippes networking-ding reingefallen sind, stellt wohl kaum einen indikator für die fachliche auseinandersetzung dar.”

als wär facebook nur was für geeks und avantgarde und als wären da erst ein paar hundert österreicher angemeldet… hallo? hinter welchem mond leben die eigentlich?

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Navigator

February 4th, 2009 at 21:56

Zu sagen: Gut für mich wenn sich die anderen nicht auskennen, bessere Chancen für mich, klingt aufs erste vielleicht clever und abgebrüht ist aber sehr kurzsichtig. Nämlich dann, wenn eine Personalabteilung deine Bewerbung gleich mal ganz nach unten reiht weil sie lesen dass du PKW studiert hast. Dann kannst du nämlich noch so gut sein, wenn du nicht einmal eingeladen wirst, kannst du es niemanden beweisen.

Auch in Harvard sind nicht nur Genies (siehe G.W. Bush) trotzdem würde wahrscheinlich jeder Personaler einen Harvard Absolventen einem Wiener PKW Absolventen vorziehen. Also, Image und Ruf einer Ausbildung würde ich nicht so sehr auf die leichte Schulter nehmen.

Abgesehen davon kann ich niko und wozzeck nur beipflichten. Ansprüche nivellieren ist aus meiner Sicht aber die falsche Reaktion. Das Notenspektrum gibt einem Lehrenden prinzipiell eh viele Möglichkeiten. Aber dann muss man halt auch mit Mails umgehen können, wo einem Studierende erklären dass ein 3er ja quasi ein 5er ist und sie das ungerechtfertigt finden. O-ton: “Sie müssen wissen, ich bin weder faul noch dumm und habe sonst immer 1er. Wie kann das also sein.”

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Stefan

February 5th, 2009 at 01:29

zwischen meiner aussage und deinem ausflug nach harvard fehlt mir irgendwie die logische verknüpfung. tztztztz

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rip

February 5th, 2009 at 20:02

Interessiert doch niemanden, dieses Multimedia. Da wird “auf Klowände im Internet gekritzelt” (JvM), “nicht relevantes im Internet gepostet” (A.Thurnher) und überhaupt ist das alles ein “Scheiß” (W.Lorenz).

Zeilenhonorar Online vs. Print sagt alles; der Rest erklärt sich aus ORF-Beiträgen über Pro-Gaming (“Im Gasometer sieht es aus wie in Gaza”) und studiVZ.net/Facebook (“große Gefahr blabla…”).

Kein Wunder also, wenn alle hyperthreaded-future Journalists lieber bei ihren heiligen Papierheftln bleiben wollen. Sind auch besser zu blättern, wenn man in einem Wiener Gangklo sitzt ;)

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alm

February 5th, 2009 at 21:40

also ich glaube, dass am klo mittlerweile mehr auf dem handy zeitung gelesen wird als auf papier. sent from my g1, but not from the loo.

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signof

February 10th, 2009 at 16:09

Mir faellt da wieder die Publistik-und-Politikwissenschaftsstudentin ein die sie vor ein paar Wochen im Standard befragt haben, die nicht mal genau erklaeren konnte was im Parlament passiert.

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mr

March 27th, 2009 at 18:37

Es sind ja nicht nur “neue Medien” (einen Podcast auf iTunes zu stellen, ist im Grunde fast deppensicher. Es gibt kaum einfachere Dinge…oder doch..einen zu abonnieren.) es ist eine im allgemeinen deutliche Resistenz in Österreich, wie auch im Grunde in den meisten europäischen Ländern, gegen alles was jetzt passiert und den kulturellen Wandel beeinflusst und ausserhalb der Schachtel liegt.Das kann auch am Bildungssystem liegen, das meistens Autisten oder Savants gross zieht.Zum Glück bist du nur mit sowas gekommen und hast nicht versucht anhand von Scarface oder Goodfellas Dinge wie Principal Agent Problem oder Centipede Game(http://en.wikipedia.org/wiki/Centipede_game) zu erklären, wie manch andere Irre, die ich kenne.

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pezik

February 8th, 2010 at 12:43

um das thema vll. nochmals kurz aufzugreifen:

ich hab mein bakk-studium vor einigen jahren an der publizistik absolviert und mach inzwischen auch wieder den master nebenbei – das niveau ist tatsächlich erschreckend niedrig.

ich würd sogar behaupten, es fehlt nicht nur am interesse an einem der spannendsten kommunikationswissenschaftlichen phänomene der letzten jahre, sondern auch an jeglicher allgemeinbildung. der großteil ist außerdem noch unfähig selbstständig zu arbeiten bzw. die einfachsten aufgaben ohne strikteste vorgaben zu erledigen. das klingt jetzt vielleicht hart, aber damit wird man an der publizistik wieder und wieder konfrontiert – und zwar nicht von einzelnen personen.

ich kann mich noch gut an einen publizistik-test irgendwann in den ersten semestern erinnern. es ging um nichts, man wollte nur widerlegen, dass der dumpfnuss-faktor unter publizistik-studierenden so hoch ist wie behauptet. leider ging das in die falsche richtung los: von 20 mehrheitlich wirklich simplen fragen (wie etwa “wer ist bundeschef der grünen?” – es war übrigens wahlkampf-zeit damals!) konnten 80% der leute nicht einmal 10 fragen richtig beantworten. die restlichen fragen waren kaum österreich-spezifisch, der anteil an deutschen studierenden hat also auch nicht wirklich den ausschlag für dieses ergebnis gegeben.

ich fürcht, die neue studienplan-struktur unterstützt die ganze problematik noch dahingehend, dass einem jegliche möglichkeit zum eigenständigen denken und handeln zunehmend verbaut wird. stichwort modul-system und (quasi nicht mehr vorhandenen) freie wahlfächer. das kommt einigen wunderbar entgegen, nach dem motto: weniger denken bedeutet weniger aufwand, tolle sache!

abgesehen davon, dass das angebot an lehrveranstaltungen zum thema neue medien, online-kommunikation, social media und konsorten noch immer extrem beschränkt ist und noch vor wenigen jahren ein gewisser professor den teletext als große zukunftshoffnung angepriesen hatte. “dieses internet” werde dagegen mutantisch abstinken…

natürlich gibts einige unglaublich kluge und kritische köpfe unter den publizistik-studierenden (ich erinnere an @luca, @georgmahr, @nacaseven…), die masse ist fürcht ich aber nur auf der stupiden jagd nach ects punkten. und das im präpotenten dumpfnuss-kostüm.

ich wünsch dem helge jedenfalls eine spannende lv… :)

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