Die Grünen und Voggenhuber: Feinde der Logik

31 Jan
2009

Das ganze grüne Gemetzel rund um Johannes Voggenhuber schadet allen Beteiligten und ist von vorne bis hinten unlogisch und inkonsequent.

Die Art und Weise wie sich Voggenhuber in den letzten Jahren innerhalb der Grünen Organisation verhalten hat, ist einfach nicht akzeptabel. Aus unserer (Super-Fi) Agenturarbeit für die Partei habe ich zumindest ausreichend Einblick, um das Beurteilen zu können. Marco Schreuder bringt es auf den Punkt: “Warum ist soziale Kompetenz plötzlich in der Politik nicht wichtig? Und warum gibt es fast schon sowas wie Kanzlerbonus.”
Das Öffnen und Auswerten von gezielten Inforamtionslecks zum eigenen Vorteil wird in anderen Branchen Insider Trading genannt und ist strafbar. Mit Dingen vorab an die Öffentlichkeit zu gehen, die abgesprochenerweise zu einem späteren Zeitpunkt verlautbart werden, muss sanktioniert werden. Die Grünen haben hier vielleicht den Fehler gemacht, nicht schon früher schärfer zu reagieren und sich darauf verlassen bei der Listenerstellung Voggenhuber abwählen zu können.

Der nächste Fehler und unlogische Schritt ist Voggenhuber selbst zuzuschreiben. Wäre es ihm um die Sache gegangen, hätte er für den zweiten oder sogar dritten Listenplatz kandidieren können und wäre so ziemlich sicher ins EU-Parlament gekommen.

Es geht Voggenhuber aber natürlich nicht nur um die Sache, sondern auch darum Erster zu sein, weswegen er den leicht durchschaubaren Trick zur Solidaritätskandidatur angeboten hat und dadurch die Grünen in ein Dilemma brachte, das diese wiederum durch voreilige Abwehreaktionen selbst aufgebauscht haben.

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Genaugenommen hätten Die Grünen zwei Handlungsalternativen gehabt:

1) Voggenhubers Idee nichteinmal zu ignorieren à la: “Die Liste ist erstellt. Du wolltest nicht. Es geht auch ohne Voggenhuber. Garantiert.”

2) Oder im Sinne Christoph Chorherrs hätten die Grünen dieses Angebot als Chance begreifen und Voggenhuber selbstverständlich in einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf schicken können, der sowohl die Voggenhuber-Fans als auch die “Gegenseite” mobilisiert hätte. Wer sagt denn, dass eine Ulrike Lunacek nicht mehr Vorzugsstimmen als Voggenhuber bekommen kann, v. a. mit Unterstützung des privilegierten ersten Listenplatzes, der ja laut Gebi Mair auch für einen Gutteil der Voggenhuber-Stimmen ausschlaggebend gewesen sein könnte.

Wovor haben Die Grünen denn wirklich Angst? Dass ein Unbequemer aus den eigenen Reihen sich an die Spitze wählen lässt? Diesen Eindruck vermitteln sie jetzt.
Wenn sie tatsächlich niemals gewollt hätten, dass Voggenhuber antritt, hätten Die Grünen schon vorher konsequent dafür sorgen müssen. Das schließt natürlich auch mit ein, entsprechende Argumente zu formulieren und öffentlich zu machen, warum Voggenhuber als Kandidat für Die Grünen nicht mehr tragbar ist.

Ich hätte mir mehr Selbstbewusstsein erwartet: entweder im sportlichen Wettkampf gegen Voggenhuber oder in einer konsequenten Demontage.

6 Responses to Die Grünen und Voggenhuber: Feinde der Logik

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R.

February 9th, 2009 at 10:08

zitat:”Das Öffnen und Auswerten von gezielten Inforamtionslecks zum eigenen Vorteil wird in anderen Branchen Insider Trading genannt und ist strafbar.”

So heißt es also jetzt, wenn jemand die Parteispitze öffentlich kritisiert und damit mehr Transparenz auch für den Grünwähler schafft. Offensichtlich wird aber die Grüne Partei von ihrer Spitze wirklich als Firma betrachtet, deren finanzieller Gewinn sich die Chefs einakssieren können, vielen Dank für die Information.

zitat:”Es geht Voggenhuber aber natürlich nicht nur um die Sache, sondern auch darum Erster zu sein, weswegen er den leicht durchschaubaren Trick zur Solidaritätskandidatur angeboten hat ”
Was bitte ist die Motivation von Ulrike Lunacek gegen Voggenhuber anzutreten, nachdem sie ja angeblich die Voggenhuber Linie sowieso beibehalten will?
Eine Antwort gibt ein Artikel der OÖ Nachrichten.
“Der Einsatz in Brüssel wird auch ihr Privatleben verändern: Fünfzehn Jahre führte sie eine Fernbeziehung mit ihrer Partnerin aus Peru, die nun in Holland und Brüssel arbeitet.”
Quelle:http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,96737

Liebe Grüne, ic verstehe euch ja und ich hoffe, dass ihr mich versteht, warum ich Euch nicht mehr wähle.

R.

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alm

February 9th, 2009 at 10:15

Sorry, aber das ist eine Fehlinterpretation. Das Ausnützen von Informationslecks zum eigenen Vorteil hat in diesem Fall nichts mit Transparenz zu tun, sondern ist einfach eine nicht akzeptable Vorgangsweise. Es ist auch keine Verklausulierung von Voggenhubers Kritik.

Ich glaube übrigens auch, dass Lunacek die Linie nach wie vor beibehalten will. Das “nachdem” in dem Satz ist also fehl am Platz. Vielleicht war aber auch “weil” gemeint.

Mit “Liebe Grüne” fühle ich mich auch nicht angesprochen, sollte es so gemeint gewesen sein.

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hp.fussek

February 13th, 2009 at 23:38

allein schon das ach so witzige plakat ” auch ohne..etc.. ” zeigt , wie dumm und ohne jede sensibilität, ausserdem ohne jedes gspür, ohne sachkenntniss hier stimmung gemacht wird. ( sehr grünweiblich, seit neuesten erkennbar)

die grünvorständinnen haben ganz einfach männermachtspiele nachgespielt, ohne rücksicht auf all jene verluste, die nun auf sie zukommen.

sache ist – vogg. ist nichts vorzuwerfen !
sache ist – der irreversible schaden nützt zu “HUNDERT ” prozent den üblen üblichen parteien.

“schuster sollen dem bäcker nicht erklären, wie man brot bäckt ” !
( ich spreche als marketingdenker )

zwängler, lustfeindliche, nichtraucherschutz-faschisten, ungebildete, zeitgeister, … mögen sich an die nase greifen

prognose zur sbg lw : 4 % grün, kein sitz im landtag !
………….eu-wahl 8 % grün, ..naja..

mit kopfschttligen, resignierenden grüßen

hp.fussek

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alm

February 14th, 2009 at 10:50

Voggenhuber ist nichts vorzuwerfen?
Unkenntnis der Sache?

Dumm und ohne Gspür, lass ich von mir aus durchgehen. Das ist Ihre Meinung. Den Rest muss ich zurückweisen. Voggenhuber ist sehr wohl vorzuwerfen, dass er selbst sehr ungeschickt agiert hat, genauso wie die Grünen selbst.

Interessant aber auch aus welcher Ecke diese Kritik kommt:

hanspaul fussek

verkannt warst du, die angriffe gegen dich schutzbehauptungen armseliger politiker und deren dunstkreisen.

- fähigster politiker im land !
ich trauere ehrlich um dich

hp.fussek

http://kondolenz.ktn.gv.at/default.aspx?SIid=156&page=21

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hp.fussek

February 15th, 2009 at 00:05

das ist so typisch , so österreich hausmeisterlich, so armselig, naja..
jaaaa, das war ein hochbegabter politiker, schade , dass er auf der andren seite stand, aber er war gut, sehr gut .
darf man das nimmer sagen ??
du armer bub, aber ehrlich,
da sucht er , pietätlos, wie nur möglich ein posterl raus und will von seiner 1-fältigen argumentation ablenken.
wie in der schule : wie heißt du ? repressionsversuch, der ewigdummmen.
kopfschüttel.

auch voggenhuber ist ein großer politiker und nachdem ich grün wähle , ärgert mich die dumme pseudofeministische gschicht.

ach, es ist soo sinnlos…
hp.f.

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alm

February 15th, 2009 at 19:44

Immer dann wenn einem die Argumente ausgehen – und in dem Fall sehe ich keine -, bleibt nur mehr der Rückzug auf persönliche Untergriffe. Eine Diskussion mit Ihnen, Hr. Fussek, erübrigt sich daher.

Das “Posterl” war der erste Treffer bei Google…

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