Grüne Vorwahlen ohne Die Grünen

2 Apr
2009

Unsere Gemeinderäte und Parlamente sind voll von an uns Wählerinnen und Wählern vorbeigeschummelten Abgeordneten. Wer sind diese Leute eigentlich? Und wofür stehen die überhaupt?

verkündet gruenevorwahlen.at programmatisch.

Die von den Grünen unabhängige Initiative von “stinknormalen Grünwähler/Innen” (in dem Fall Helge Fahrnberger, Jana Herwig und Martin Schimak) legte gestern los und schickt sich an die Liste für die kommenden Wiener Landtgswahlen einem Vorwahlprozess zu unterziehen.

picture-39

Das ist prinzipiell gut, weil die Grünen, so wie alle anderen Parteien, ein Problem haben die repräsentative Demokratie auch dahingehend auszuleben, dass die gewählten RepräsentantInnen nicht einfach immer diesselben bleiben können. Zu argumentieren, dass ein Teil der Abgeordneten ja immer ausgetauscht wird, ist zwar keine Verschleierungstaktik, aber es bleibt unerwähnt, dass hier doch eine Reihe langgedienter BerufsspolitikerInnen am Werk sind. Parteien brauchen mehr MandatarInnen, die ihren Lebensschwerpunkt zeitlich und inhaltlich nicht in der Berufspolitik haben. (Die braucht es aber wohlgemerkt auch.)

Was will die Initiative? 

Das primäre Ziel ist es Grün-UnterstützerInnen zur Landesversammlung zu bewegen, wo die Listen gewählt werden. Um dort gewählt werden zu können, wäre es für die KandidatInnen ratsam sich mit der Intiative auseinanderzusetzen und die VorwählerInnen für sich zu mobilisieren. Soweit so gut, doch es löst nicht das Problem der neuen Gesichter.

Was fehlt noch?

Ich fände es wünschenswert, wenn sich im Umfeld der Initiative auch Menschen fänden, die sich auch selbst zur Listenwahl stellen. Helge selbst hat ja abgewinkt, aber ich rege an auf der Site einen offenen Bereich für (potenzielle) KandidatInnen einzurichten, der den Vorwahlprozess bzgl. passives Wahlrecht komplett macht.

Wenn im nächsten Wiener Landtag auch 1-2 Neo-PolitikerInnen säßen, die sich im Zuge der Vorwahlen als solche positioniert hätten, wäre das Ding im Sinne partizipativer Demokratie wirklich erfolgreich.

5 Responses to Grüne Vorwahlen ohne Die Grünen

Avatar

Martin Schimak

April 2nd, 2009 at 10:04

Wir haben alle als Initiatoren “abgewunken”: ganz simpel weils so stimmt, dass wir nix “für uns” wollen – und weil wir österreich ganz gut kennen kanns daher nix schaden, das gleichmal klarzustellen.

Ad “passives Wahlrecht”: das ist deutlich angekommen und richtig. Zunächst muss aber die Initiative stark genug werden, dann können wir in eine zweite Phase gehen. Ob das passieren wird: bin optimistisch.

Avatar

GVW » Von Mathias » Beitrag » The Flowers Are Gone

April 3rd, 2009 at 13:08

[...] musst es nur tun! » Oliver Ritter: “Die Grünen: Her mit der (Basis)demokratie” » Niko Alm: “Grüne Vorwahlen ohne Die Grünen” » Christoph Chorherr: “Grüne [...]

Avatar

ritchie

April 14th, 2009 at 12:13

Ich hab letztens mit Helge drüber diskutiert, war auch mein Haupt-Punkt für einen “Erfolg” der Aktion. Man sollte ja zumindest vorher wissen, ob “was bess’res nachkommt” :-)

Avatar

alm

April 14th, 2009 at 17:17

Na dann Ritchie, wie wär’s wenn du kandidierst? Wär doch gelacht, wenn sich aus der Runde niemand fände, der/die selbst das Zeug zur Kandidatur hätte.

Avatar

ritchie

April 15th, 2009 at 00:15

Sonst noch was! Gott behüte mich vor kirchlichen und politischen Jobs, dafür hab ich viel zu viel zu tun :-)

Comment Form

top

google