News-Gastkommentar zu #unibrennt

31 Oct
2009

News hat mich gebeten einen kurzen Gastkommentar für die aktuelle Ausgabe zu verfassen. Nunmehr nicht mehr ganz aktuell, da ich diesen vergangenen Montag tippte, während aus Hahn ein Kommissar wurde. Für News wohlgemerkt, entsprechend der vorgegebenen Zeichenlänge.


Politics 2.0 – Wien darf Teheran werden

Minister Hahn verlautbart via ZiB 2, lieber mit Vertretern der ÖH zu sprechen, als selbst ins Audimax zu kommen. Damit will er dem Protest die Legitimation entziehen. Aber wie stellt er sich das genau vor? Hätten die Protestierenden bei der ÖH fragen sollen, ob sie das Audimax besetzen dürfen? Das funktioniert so nicht mehr. Der lange geplante und in Gremien abgestimmte Protest wird durch spontane, sich selbst organisierende, vielleicht zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahmen ersetzt: Politics 2.0. Die Studierenden haben ihre Anliegen unter Ausnützung bestehender Netzwerke (Social Media) schnell an die Oberfläche und Öffentlichkeit tragen können.
Und auf der Uni gibt es Zustände, die geändert werden müssen. Es sind Dauerzustände, die sich durch Gewöhnung und Anpassung der Betroffenen zwar unsichtbar gemacht haben aber trotzdem bestehen. Deswegen ist der Protest nicht nur begründet, sondern auch notwendig. Die Art und Weise, wie er sich gebildet hat und am Leben hält, ist bemerkenswert, ja beeindruckend. Und wer, und jeder ist dazu eingeladen, sich (so wie ich) vor Ort ein Bild macht, sieht und hört, dass hier keine Ideologen am Werk sind. Engagierte Studierende teilen sich in Arbeitsgruppen auf und arbeiten inhaltlich und organisatorisch in Echtzeit daran ihrem Protest, ausformulierte Forderungen zu hinterlegen und ihm soviel Struktur angedeihen zu lassen wie notwendig: Ja – soviel Struktur wie notwendig. Denn die Reibungsverluste in Form von Vertretungsmachtkämpfen vermeidet diese neue Organisation des Protests durch lockeres Regelwerk und wechselnde Führung.
Politisch auszusitzen, was hier passiert, ist undemokratisch. Hahnverhaltung kann schmerzhaft sein. Geben Sie dem Druck nach, Herr Minister, erleben Sie Politics 2.0 mit.



Schlussendlich hat News aber ein bisschen ohne Rückfrage gekürzt und folgendes tatsächlich abgedruckt:

Minister Hahn verlautbart via ZiB 2, lieber mit Vertretern der ÖH zu sprechen, als selbst ins Audimax zu kommen. Damit will er dem Protest die Legitimation entziehen. Aber wie stellt er sich das genau vor? Hätten die Protestierenden bei der ÖH fragen sollen, ob sie das Audimax besetzen dürfen? Das funktioniert so nicht mehr. Der lange geplante und in Gremien abgestimmte Protest wird durch spontane, sich selbst organisierende, vielleicht zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahmen ersetzt: Politics 2.0. Die Studierenden haben ihre Anliegen unter Ausnützung bestehender Netzwerke (Social Media) schnell an die Oberfläche und Öffentlichkeit tragen können.
Auf der Uni gibt es Zustände, die geändert werden müssen. Dauerzustände, die sich durch Gewöhnung und Anpassung der Betroffenen zwar unsichtbar gemacht haben aber trotzdem bestehen. Deswegen ist der Protest nicht nur begründet, sondern auch notwendig. Die Art und Weise, Wie er sich gebildet hat und am Leben hält, ist bemerkenswert, ja beeindruckend. Und wer, und jeder ist dazu eingeladen, sich (so wie ich) vor Ort ein Bild macht, sieht und hört, dass hier keine Ideologen am Werk sind. Engagierte Studierende teilen sich in Arbeitsgruppen auf und arbeiten inhaltlich und organisatorisch in Echtzeit daran ihrem Protest, ausformulierte Forderungen zu hinterlegen und ihm soviel Struktur angedeihen zu lassen wie notwendig: Ja – soviel Struktur wie notwendig. Denn die Reibungsverluste in Form von Vertretungsmachtkämpfen vermeidet diese neue Organisation des Protests durch lockeres Regelwerk und wechselnde Führung.
Politisch auszusitzen, was hier passiert, ist undemokratisch. Hahnverhaltung kann schmerzhaft sein. Geben Sie dem Druck nach, Herr Minister, erleben Sie Politics 2.0 mit.

4 Responses to News-Gastkommentar zu #unibrennt

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Harald Ladstätter

October 31st, 2009 at 13:02

Nicht, dass es anders zu erwarten gewese wäre. Aber trotzdem traurig, wie solche Durch-und-durch-Mainstream-Medien agieren. News ist ganz offensichtlich noch Politik 1.0

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Hannes

November 20th, 2009 at 01:23

Wenn du dich mit dem Boulevard einlässt, verändert sich nicht der Boulevard, der Boulevard verändert dich.

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alm

November 20th, 2009 at 07:57

Haha, sehr schön, Hannes!

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Protest 2.0 in The Gap 102 über #unibrennt, #GrueneVW und den Hashtag

December 3rd, 2009 at 13:05

[...] Mein Gastkommentar in News This entry was written by alm, posted on December 3, 2009 at 12:01 pm, filed under Participative Consumption, Politik 2.0, Web 2.0 and tagged Anti-Flag, Audimax Uni Wien, Gerald Bäck, GrueneVW, Hash, Hashtag, Helge Fahrnberger, IranElection, Jürgen Koprax, Jean Ziegler, Johannes Hahn, Laizismus, Luca Hammer, Max Kossatz, Meme, Michael Schuster, Raute, Robert Misik, System One, Tocotronic, Unibrennt, Wolfgang Schüssel. Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post. Post a comment or leave a trackback: Trackback URL. « Protest 2.0 in The Gap 102 – Interview mit Helge Fahrnberger zu #GrueneVW [...]

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