Kurzplädoyer für eine #unibrennt Abschlussparty

6 Dec
2009

Nach 6 Wochen Besetzung darf schön langsam evaluiert werden, wie erfolgreich der Protest war und wie er zu einem Ende kommt.

Die Besetzung war erfolgreich. Nur Johannes Hahn Niemand wird behaupten, dass die Universitäten optimal ausgestattet sind und das Bildungssystem nur mehr marginal, wenn überhaupt noch, verbessert werden kann. Die Proteste sind ein legitimer Hilfeschrei, der gehört und verstanden wurde.

Weitere Ergebnisse und Konsequenzen sind kurzfristig aber nicht zu erwarten. Beide Seiten sind nicht bereit zu verhandeln. DIe Studierenden haben außer Forderungen keinen konkreten Plan, diese auch nur teilweise durchzubringen. Die Verantwortlichen in der Regierung finden es hingegen nicht einmal der Mühe Wert bei ihren Unterthanen vorbeizuschauen. Eine festgefahrene Situation.

Womit wir bei der Frage wären: Wie geht’s weiter?

1) Die Regierung stimmt den Forderungen zu.

Wahrscheinlichkeit 0%.

2) Die Besetzungen dauern an, verbreitern sich thematisch und erreichen gesamtgesellschaftliche Dimension. Europaweit Weltweit.

Nope. Eher nicht.

3) Die WEGA (Anm. danke für die Hinweise zur Schreibweise) kommt und räumt den Saal gewaltsam, während annähernd 1,000 Studierende wild feiern diskutieren.

Dream on… Es wird keine Märtyrer geben.

4) Die Polizei kommt irgendwann um 5 Uhr 37 und lockt die hartnäckigen Übermüdeten mit heißem Kaffee und Croissants nach draußen bevor ein/r tweeten kann. Danach sperren sie das Audimax von innen zu.

Wahrscheinlichkeit 97%

Im Ernst: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Protest ein eher unrühmliches Ende nehmen wird, ist doch ziemlich hoch. Was bleibt also? Das Primat des Handelns selbst in die Hand nehmen und damit ein Statement setzen.

Liebe Studierende,

- macht eine große Abschlussparty im Audimax und
- hinterlasst einen Forderungskatalog.
- Wenn in 6 Monaten davon nichts erfüllt worden ist, kommt ihr zurück und besetzt wieder.
- Und dieses Spiel, spielt ihr ab jetzt jedes Jahr.

It’s better to burn out than to fade away.

19 Responses to Kurzplädoyer für eine #unibrennt Abschlussparty

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Philipp

December 6th, 2009 at 17:21

DANKE dafür.
Refelektiert irgendwie den Status Quo.

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Daniela

December 6th, 2009 at 17:49

Sehr treffend auf den Punkt gebracht. Würd ich jetzt auch so unterschreiben! Außerdem wirds langsam echt ungemütlich da drinnen, mit all den Sandlern.. räumt das Feld und lasst uns sehen, ob in den nächsten Wochen etwas passiert. Alles andere macht zurzeit sowieso keinen Sinn mehr!

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vegan vega

December 6th, 2009 at 18:59

die wega ist nicht veg(an) sondern die ehemalige “Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung”…

das ganze ist kein spiel, sondern da gehts um etwas mehr…
wenn untergehen dann mit wehenden fahnen…

abschlussparty und was feiern wir, dass wir verarscht worden sind von der politik wie jedes mal ?

“super” vorschlag, leider war dann alles umsonst…

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The Sandworm

December 6th, 2009 at 19:11

Ausgezeichnete Idee – damit bleibt die Gestaltungsmacht auch bei den Studierenden! Nach dem Motto: Wir gehen jetzt weil WIR es wollen, aber wenn ihr glaubt, das war’s, dann täuscht ihr euch, denn wir kommen wieder, wann immer WIR wollen…(“Fürchtet Euch!”)…

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porrporr

December 6th, 2009 at 19:57

hallo,

punkt 3 + 4 könntest du zusammenziehen, weil die wega ist auch eine polizeieinheit.

der rektor hat eine räumung ausgeschlossen (außer strafrechtliches blabla) nach der aussage der övp kurz davor find ichd as relativ mutig von ihm somit ist das whl nicht so riskant derzeit…

party klingt nach etwas feiern, was schlägst du vor zu feiern? den tollen web2.0 vortrag von dir und den anderen social media leuten ?

sicher ist bisher sehr viel passiert und es wird auch auf jeden fall viele leute geben, die wann auch immer das vorbei ist weiterhin politisch arbeiten – was österreich dringend nötig hat. aber direkten erfolg gibt es leider keinen. außer zu beweißen, dass wir mit web2.0 umgehen können, ziemlich schnell ziemlich tragfähige struktur aufgebaut haben…

ohne einen rückzugsraum bricht das ganze auseinander. wie du vorschlägst irgendwann wiederzukommen (in monaten) wird sich nicht spielen…

die weihnachten werden sowieso eine verschnaufpause sein, danach wird sich zeigen wie es weiter geht (oder eben auch nicht)…

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alm

December 6th, 2009 at 20:08

Danke für die Korrekturen zur Schreibweise von WEGA, aber ich kenn mich bei der He wohl nicht so gut aus.

Bitte jetzt nicht die beleidigte Leberwurscht spielen porrporr und vegan vega: Wenn um 5h früh 0-3 Leute im Audimax sitzen, wird sich diese Besetzung schnell erledigt haben.

Es war der Versuch hier eine Handlungsalternative aufzuzeigen. Aber belehrt mich und den Rest der Welt bitte eines besseren und macht weiter. Es würde mich freuen, wenn ich mich irre.

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porrporr

December 6th, 2009 at 20:22

sorry wenn ich zu grob war fands einfach so widersprüchlich mit ner party enden zu wollen, wenn es doch nicht wirklich was zu feiern gibt.

und sicher ist es auch wichtig, ausstiegsszenarien zu diskutieren und sich mit den problem der weniger udn weniger werdenen leute zu beschäftigen.

was mich etwas zuversichtlich macht ist, dass zumindest bei “großereignissen” noch das audimax proppe voll zu kriegen ist…

schaun wir mal was bis weihnachten oder spätestens nach weihnachten los sein wird…

wie gesagt, nachhaltig hat es sicher viele menschen politisiert was sehr wichtig ist und ich denke auch nach der schwarz – blau 2 totalfrustration wieder mal gezeigt, dass sogar in österreich noch widerstand möglich ist. und diesmal sogar von unter anderem der “generation praktikum” ;-)

nochmal sorry für unnötig schroffe anspielungen niko!

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Stefan Mackovik

December 6th, 2009 at 20:24

Einerseits hast Du recht: ich kann mich noch an die letzte Audimax- Besetzung erinnern (2002?), die erst hohe Wellen schlug und von der man dann einfach nichts mehr gehört hat – also “ausgefaded” wurde.

Andererseits wird die Bewegung ohne das Audimax wahrscheinlich nicht lange aufrechterhalten werden können, sprich: wer soll dann nach 6 Monaten die Ergebnisse und Fortschritte überprüfen?

Mein Vorschlag wäre ein wöchentliches Plenum im Audimax, um die Strukturen, die eben nicht nur auf Twitter, Facebook & Co basieren, sondern auch auch auf persönlichem Kontakt, aufrechtzuerhalten.

Stefan

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alm

December 6th, 2009 at 20:40

porrporr, keine Thema. Ich würde wohl noch ein Stück gereizter reagieren, wenn mir jemand von außen einfach so Ratschläge erteilt.

Um es nochmal zu verdeutlichen: Es geht nicht darum eine Party zu machen, sondern in erster Linie war es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass ein langsames Absterben kein gutes Ausstiegsszenario ist.

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martin

December 7th, 2009 at 01:49

Abtreten (bevor sich die besetzung ueber weihnachten im sand verlaeuft?) und wiederkommen (aber bitte wirklich!) ist imho die beste option.

@stefan: das woechtentliche plenum ist ne idee

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From Twitter 12-06-2009 « POLILOG tweets

December 7th, 2009 at 02:50

[...] 19:33:36: RT @NikoAlm: Kurzplädoyer für eine #unibrennt Abschlussparty http://www.alm.at/2009/12/06/kurzpladoyer-fur-eine-unibrennt-abschlussparty/ [...]

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From Twitter 12-06-2009 « Politik|Worldwide

December 7th, 2009 at 03:01

[...] 19:33:36: RT @NikoAlm: Kurzplädoyer für eine #unibrennt Abschlussparty http://www.alm.at/2009/12/06/kurzpladoyer-fur-eine-unibrennt-abschlussparty/ [...]

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roger

December 7th, 2009 at 04:17

mit ‘die besetzung war erfolgreich’ im buchhalterischen sinne und den fragen zu ihrer beendigung kann sich nur auseinandersetzen, wer im denken des beenden muessens verhaftet ist. mag sein, dass diese bewegung die gruende fuer ihren anfangserfolg selbst nicht verstanden hat, und fuer ein solides lernen der funktionsweise des spontan entstandenen verbandes, mit der wahrgenommenen energie die in ihr gespuert werden konnte und von ihr ausstrahlte, nicht genug zeit gefunden hat; beitraege wie deiner sind fuer die orientierung auf unwesentliches verantwortlich zu machen: zurueck zur alten ordnung, der rueckkehr der bekannten kontrolle, und dem verdraengen von erfahrungen, die den weg zu tatsaechlich bedeutenden transformationen im miteinander der menschen bereiten. der kassasturz wird in jedem fall erbaermlich wirken, auf beiden seiten. eine genaue aufschluesselung ist deshalb nicht noetig. was aber anzuprangern ist, ist der mangel an phantasie, an gestaltungswillen, an kritischer auseinandersetzung mit den momentanen gegebenheiten, und eine unreife furcht vor veraenderung. die menschheit, so viel wissen wir, wird in naechster zeit probleme ungekannten ausmasses zu loesen haben. mit den momentan als gueltig erachteten problemloesungsprozessen ist dies nicht moeglich – es braucht pioniergeist und mut zum aufbrechen vorhandener schemata. die protestbewegung hat in ansaetzen gezeigt, welches potential in einer anderen art von vorgehen steckt: im organischen aufbau, im solidarischen kollektiv, im kontrollverlust des einzelnen bzw der bewussten abgabe von kontrolle (bei den internet affinen lesern wird jetzt vielleicht schon mal ein glockerl leuten), erstmals, und das ist entscheidend, fundamental neu, unter verwendung moderner kommunikationsstrukturen – aehnlich erfolgreich wie ein vielzeller, nur in einer anderen groessenordnung und natuerlich noch recht untrainiert. um es plakativ zu beschreiben: die krasse ueberforderung von klassischen strukturen durch ineffiziente, betrunken verwahrloste, drogenchaotische und unerfahrene studierende, wie sie gerne dargestellt werden, sollte als indiz dafuer gewertet werden. der wahre erfolg dieser bewegung wird sich nicht auf studentische themen beschraenken lassen, und sollte es auch nicht. lg.

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glattverkehrt

December 7th, 2009 at 07:01

Party, sehr gute Idee. Dem Damoklesschwert “Spaßgesellschaft” im Audimax noch einen Stoß verpassen. Super Strategie! Wer zahlt dich eigentlich für solcherlei “Ratschläge”.

Deinem Vorschlag scheinen nur recht oberflächlichen Überlegungen zu Grunde zu liegen. Dass mittlerweile bereits über 80 Unis in Europa besetzt wurden, das scheint dir unter anderem entgangen zu sein. Audimax hin oder her! Eine kurzzeitige Räumung des Audimax würde dieser europaweiten Bewegung wohl kaum Schaden zufügen. Im Gegenteil. Darum frage ich dich noch einmal, wer zahlt dich eigentlich?

Auf der Gehaltsliste von WEGA und BVT stehst du ob deiner Unwissenheit über deren Schreibweise und Funktion ja wohl kaum? Im Übrigen, die WEGA ist eine ganz normale Polizeieinheit, so wie das Unfallkommando. Also, ob die nun stürmen oder mit Croissants räumen, das wird immer die WEGA machen. Man könnte das so sagen; “Immer wenn mehr als zwei Bullen sowas wie einen abgestimmten Plan brauche, um als Einheit agieren zu können, macht das die WEGA in Wien”.

Entgegen deiner Unterstellung spielen wir hier kein Spiel. Uns ist es ernst und wir sind auch bereit dazu uns über einen kurzen Vortrag hinaus für unsere Sache stark zu machen, Zeit und Ressourcen einzusetzen.

Aber es steht jedem frei, seine Fahne stolz auf das Schlachtfeld zu tragen, oder es gemütlich nach dem Winde zu drehen.

Nach deinem Besuch im Audimax, müsste ich ja eigentlich davon ausgehen, dass du auch dein Scherflein zu tragen bereit bist. Wie sieht’s aus, schon mal im Audimax übernachtet?

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alm

December 7th, 2009 at 07:46

glattverkehrt: Ich stehe auf keiner Gehaltsliste und brauche keine inhaltlichen Vorgaben von dritter Seite. Und du?

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fatmike182

December 7th, 2009 at 17:15

Das ganze wird eine Debatte sein, die Schlussendlich von Besserwisserei geprägt sein wird: so eindeutig ist die Situation nicht.
Der Protest darf nicht verlaufen – er muss würdig untergehen. Winckler & co wollen nicht die Buhmänner sein, daher wird der Initiator in nächster Zeit eher weniger die Polizei sein. Würde in der Nacht geräumt werden, kann man sich sicher sein, dass in den nächsten Stunden wieder hunderte(/tausende?) versuchen werden die Besetzung wiederzubeleben. Die Mobilisierung funktioniert ja soweit…

Also eigentlich seh ich die Exit-Szenarien ählnich; beim Zeitpunkt wäre ich aber optimistischer. Eben weil die Mobilisierung funktioniert und eben weil hie & da noch genug im Audimax los sein kann und vor allem weil der Großteil der Bevölkerung noch immer nicht in Kenntnis gesetzt wurde, aus welchem Grund das passiert.

Es ist illusorisch zu glauben, mit Aktionen wie #Wienbrennt alles und jeden auf seine Seite zu bekommen und in Folge Unterstützung zu bekommen, aber das Projekt ist erst jetzt losgestartet und hat durchaus das Potenzial für paar Wochen ein komplett anderes Klientel anzusprechen als Livestream/Plenum.
Das ist aber mehr als Hinauszögerungstaktik. 2 weitere Punkte sind meiner Meinung nach noch offen: die breite Bevölkerung zu informieren und dem neuen Wissenschaftsminister (männl/weibl) einen Schuss vor den Bug zu verpassen. Danach von mir aus Party.
(Jetzt schon daran festzuhalten, dass wir alles versucht haben halte ich nicht für ausreichend)

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Kultusminister-Konferenz als Leuchtturm | Homo Politicus

December 8th, 2009 at 10:55

[...] Bieber: Das hängt vermutlich stark vom Standort ab – dass man in Wien nun gezielt über ein „aktives“, bzw. selbst bestimmtes Ende diskutiert, ist nur logisch, schließlich dauert die Besetzung dort nun ja auch schon fünfzig Tage [...]

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fatmike182

December 11th, 2009 at 16:58

Heute wird um 19h das Plenum stattfinden – voraussichtlich wird auch Etix-Strategie ein Thema sein (zumindest Teilaspekte davon).
Weiters ist ein Email des Rektors eingelangt welches kooperativ den Dialog sucht (auch darüber wird heute im Plenum diskutiert & abgestimmt) http://unsereuni.at/?p=11896

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#unibrennt positive Bilanz, unrühmliches Ende | BäckBlog

December 21st, 2009 at 10:49

[...] Abschluss der Aktion. Die BesetzerInnen hätten einfach auf Niko Alm hören und eine letzte große Party schmeißen sollen.  Zusätzlich hatte man sich mit der kooperativen Aufnahme der [...]

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